Streuobstgeschichte(n)








Bis in die Nachkriegsjahre waren viele Gemeinden im Ostalbkreis von Streuobstwiesen umgeben. Heute sind die siedlungsnahen Bestände durch das rasche Bevölkerungswachstum fast vollständig vernichtet. (Bild Mutlangen, 1934)  

Zur Situation des Obstbaus im Raum Aalen Mitte des 19. Jahrhunderts nach den Oberamtbeschreibungen:

Die Obstzucht ist im Allgemeinen im Zunehmen und wird von mancher Seite gepflegt; nur ist sie in einem großen Theil des Bezirks, namentlich auf den höher gelegenen Gegenden, theils wegen des naßkalten Untergrundes, theils wegen der häufigen starken Winde nicht wohl empor zu bringen. Auch in den Thälern, wie bei Abtsgmünd, schaden außer dem Nebel die Spätfröste der Aufzucht von jungen Bäumen. In einzelnen Orten und Lagen gibt es schöne Obstgärten wie in Hohenstadt, Neubronn, Aalen, Schnaitberg, Fachsenfeld, Essingen.
Seit neuerer Zeit bestehen Baumschulen in Essingen, Neubronn, Hohenstadt, die aber den Bedarf an Obstbäumen noch lange nicht abgeben, so daß Bäume von Hohenheim, Eßlingen und von umherziehenden Händlern gekauft werden müssen.
Uebrigens stehen dem Emporkommen der Obstzucht als äußeres Hinderniß häufiger Obstdiebstahl und das Bäumeverderben im Wege. Beides Hindernisse, welche zu beseitigen die Feldpolizei ebensowohl im sittlichen , als auch im wirtschaftlichen Interesse der Einwohner sich angelegen sehn lassen sollte.
Es werden hauptsächlich folgende Mostsorten gepflanzt, und zwar von Aepfeln: Luiken, Fleiner, Breitling, ; von Birnen: die Bratbirne, Wasserbirne, Knausbirne, Kronbirne, und Wadelbirne; von Steinobst: die Zwetschgen.
Die Straßen werden meistens mit Obstbäumen bepflanzt, übrigens haben sie bis jetzt kein richtiges gedeihen. Ebenso ist man dauf bedacht, die Allmandtheile nach und nach mit Obstbäumen zu bepflanzen

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